Zend Framework 2.0 nimmt Fahrt auf

Erst vor einer Woche habe ich gefragt, wohin die Reise vom Zend Framework 2.0 geht. Die Zend Framework Community war damals unsicher, wie es weiter geht, weil über einen längeren Zeitraum keine neuen Informationen aus dem Kernteam nach außen drangen. Einige waren sogar so erbost, dass sie meinten, der Firma Zend sei die Zend Framework Community egal.

So ganz kann ich die Aufregung nicht verstehen. Bereits im November 2009 hat Matthew die Roadmap für das 2.0 Release veröffentlicht. Dieses Dokument wurde zuerst sehr vehement diskutiert, dann ist diese Diskussion aber eingeschlafen. Anfang des Jahres begann die Entwicklung des 2.0 Releases und auch dort fiel die Resonanz nach einem kurzen Hoch eher bescheiden aus. Den Vorwurf, die Community würde ausgegrenzt, kann ich also nicht nachvollziehen. Zudem macht es in einem so frühen Stadium viel Sinn, dass sich ein kleines Team um die grundlegenden Aufgaben (Namespaces, neues Pluginsystem, Unit Test Infrastruktur) kümmert, bevor die 2.0 Entwicklung für alle Contributors geöffnet wird.

Und dies ist nun der Fall. Denn seit 2 Tagen steht das Git Repository bereit, auf dass wie folgt zugegriffen werden kann:

git clone git://git.zendframework.com/zf.git

Es wird also Zeit, sich intensiver mit Git auseinander zu setzen, wenn man die kommende Entwicklung aktiv begleiten möchte. Weitere Instruktionen finden sich in einer Mail von Matthew. Seit gestern steht dann auch ein Github Mirror für das Zend Framework 2.0 bereit. Später soll noch ein SVN Mirror dazu kommen, über den aber nur lesend zugegriffen werden kann. Wer also neugierig ist, kann schon einmal schauen. Doch wichtig: viel ist noch nicht passiert. Bisher sind erst der Großteil (nicht alle) Komponenten in Namespaces konvertiert worden und einige Komponenten wie Zend_Session wurden überarbeitet. Dass dieses Release nicht für den Projekteinsatz empfohlen wird, steht außer Frage.

Zudem hat Matthew die Einrichtung eines Zend Framework Community Review Team angekündigt. Dies ist sicher auch der Kritik geschuldet, dass die Community etwas mehr Mitspracherecht bzw. Entscheidungsbefugnis eingefordert hat. Wer mitmachen möchte, sollte sich in der Contributors Mailingliste melden. Zu den Aufgaben des Review Teams gehören:

  • Unterstützung der Contributors, um Patches und neue Features in vorhandene Komponenten einstellen zu können
  • Verlassene Komponenten (also ohne aktiven Entwickler) identifizieren
  • Neue Proposals betreuen

Bleibt noch die Frage, wann denn mit einem Releasedatum für das 2.0 Zend Frameworks zu rechnen ist. Matthew antwortet darauf in seinem Blog, dass für das 4. Quartal 2010 mit einem Release zu rechnen sei. Ob dies nun ein Alpha, Beta oder Final Release wird, steht noch aus. Ich hoffe nur, dass nicht am Ende Hektik ausbricht, um diesen Termin zu halten, und deshalb vielleicht wichtige Entwicklungen auf “später” verschoben werden. Aber lassen wir uns überraschen, vielleicht geht die Entwicklung in den kommenden Monaten doch schneller voran, als ich nun denke.

Noch zwei Fragen zu Git:

  • Kennt jemand eine schnelle und verständliche Einführung in Git?
  • Gibt es für Eclipse ein solides Plugin?

Schönes Wochenende!

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5 Antworten für “Zend Framework 2.0 nimmt Fahrt auf”

  1. Marcus Stöhr sagt:

    Hallo Ralf.

    Für Eclipse/Zend Studio gibt es EGit als Plugin was bisher ziemlich gut funktioniert (lokales Repository & eines bei github.com). Zu finden hier: http://www.eclipse.org/egit/

  2. Christian Münch sagt:

    Für git am besten die Konsole verwenden. Für Eclipse gibt es zwar EGit. Das ist allerdings eine komplett nachgebaute Java Variante die nicht alles 100% unterstützt. Damit kann man eher mal einen Checkout oder ein Update durchführen. Für die Konsole gibt es unter Linux auch Unterstützung durch Tools wie z.B. gitprompt oder gitk bzw. gitg

    Für SVN Umsteiger gibt es eine gute Gegenüberstellung unter http://git.or.cz/course/svn.html

  3. Marcel Anacker sagt:

    Ich fand diese Präsentation von Scott Chacon recht erhellend:
    http://gitcasts.com/posts/railsconf-git-talk

    Allgemein sind seine Einführungen auf http://gitcasts.com/ und http://learn.github.com/ recht gut gemacht

  4. Dennis Becker sagt:

    Ich benutze EGit nicht, das hat mir mal ein Repository zerschossen, seitdem nutz ich es nur noch auf der Linux Konsole oder per TortoiseGit unter Windows.

  5. Ulf sagt:

    David Soria Parra hat einen excellenten Vortrag über Git auf der IPC 2010 gehalten (http://www.slideshare.net/mayflowergmbh/git-fuer-fortgeschrittene). Der Titel sagt zwar man braucht Git-Erfahrung, aber grundsätzliche Erfahrung mit Versionierungssystemen sollten ausreichen um einen besseren Einblick mit Git zu bekommen.

    Drei große Nachteile hat aber Git was gerne unter dem Tisch gefallen wird:
    - kein nativer Windows-Support, damit Git nicht glaubt alle Dateien hätten sich geändert, muss man irgendwelche Windows-Einstellungen anpassen, weil Git irgendetwas davon nimmt um eine geänderte Datei zu bestimmen
    - (noch?) keine gute GUI-Unterstützung, praktisch kann man zurzeit Git nur von der Konsole komplett und komfortabel bedienen
    - keine Existenz von SVN Properties (oder dessen Konzept)

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